
Irgendwann die weite Welt von Lutz van Dijk
Dieser Roman hat autobiographische Züge. Der kleine Protagonist, Jan, wächst im Berlin der Nachkriegszeit auf, sowie auch der Autor, Lutz van Dijk. Jans Eltern sind durch die Nazizeit schwer traumatisiert und streiten sich häufig, ohne ihre Verletzungen in Worte fassen zu können. Darunter leiden die Söhne, Jan und Harald. Lutz van Dijk schreibt in einem anderen Titel, dass Jan und seine Eltern sprachlos sind was ihre Gefühle angeht. Auf die Eltern trifft das auf jeden Fall zu, vielleicht stimmt es auch für Jan… Dennoch kommt total viel rüber, in den Kontakten zu seiner Grundschullehrerin, zu seinen Eltern, zu seinem großen Bruder und nicht zuletzt zu seinem besten Freund Anton. Mit Anton macht Jan die ersten sexuellen Erfahrungen. In einem Ferienlager hat Anton ein traumatisches Erlebnis und will danach keinen Sex mehr, sondern nur noch kuscheln. Wir können als Leser*innen nur ahnen was Anton widerfahren ist, ich will hier nichts dazu verraten. Als Anton wegen einer schweren chronischen Erkrankung in eine Spezialklinik nach Köln muss, bricht der Kontakt der Jungen ab. Im Gymnasium wird Martin, der Sohn eines farbigen amerikanischen Besatzungssoldaten, sein bester Freund. Martin wurde nach Martin Luther King benannt, dessen Ermordung erleben die Jungen hautnah. Mit achtzehn, die Volljährigkeit mit achtzehn muss gerade in Kraft getreten sein, fährt Martin Jan nach Brüssel. Von dort fliegt Jan in die USA, in ein neues Leben.
Autor: Lutz van Dijk
Titel: Irgendwann die weite Welt
ISBN: 978-3-89656-346-0
Seitenzahl: 198
Preis: 16 Euro